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Prophylaktische Antibiotikatherapie zur Risikoreduktion der spontan bakteriellen Peritonitis: Einfluss auf das Mikrobiom und sekundäre Infektion bei Patienten mit Virushepatitis im Zeitaler multiresistenter Keime

Projektleiter: Dr. med. Marcus M. Mücke
Universitätsklinikum Frankfurt, Institut für Anatomie und Experimentelle Morphologie
 

Die Hepatitis C Virus(HCV)- und Hepatitis B Virus(HBV)-Infektion stellen eine der bedeutendsten Infektionskrankheiten der heutigen Zeit dar. Weltweit 57% aller Leberzirrhosen sind mit einer chronischen HBV oder HCV Infektion assoziiert. Die spontan bakterielle Peritonitis (SBP) repräsentiert die häufigste bakterielle Infektion bei Patienten mit Leberzirrhose. Die 1-Jahres-Mortalität nach Auftreten einer SBP liegt bei bis zu über 60%. Zudem findet sich ein hohes Rezidivrisiko nach Erstmanifestation. Deshalb empfehlen aktuelle Leitlinien bei Patienten mit dekompensierter Leberzirrhose eine antibiotische Sekundärprophylaxe, in „Hoch-Risikokonstellationen“ auch eine Primärprophylaxe.

Als Mittel der Wahl zur SBP-Prophylaxe werden aktuell Chinolone empfohlen, da ihr Einsatz in den 90iger Jahren einen Überlebensvorteil im Vergleich zu Placebo zeigte. Jedoch unterscheidet sich das heutige Erregerspektrum erheblich. Die Wirksamkeit dauerhafter antibiotischer Prophylaxen ist somit nicht mehr gesichert. Ein potentielles Risiko für den Patienten durch Keimselektion oder durch Infektionen mit multiresistenten Erregern bei Patienten unter Chinolonen wird berichtet.

Das intestinale Mikrobiom trägt bei Patienten mit Leberzirrhose maßgeblich zur systemischen Inflammation bei. Es kann spekuliert werden, dass eine basale, kontinuierliche Aktivierung des hepatischen Immunsystems eine adäquate und bedarfs-adaptierte Änderung der Immunantwort zur Bekämpfung von interferierenden Infektionen verhindert. Die daraus resultierende dysfunktionale und inadäquat polarisierte Immunantwort bedingt vermutlich infektiöse Komplikationen, u.a. auch die Entstehung der SBP.

Das hier vorgeschlagene Forschungsprojekt soll den Einfluss des leitliniengemäßen Einsatzes der prophylaktischen antibiotischen Therapie zur Risikoreduktion der SBP auf das Mikrobiom und damit assoziierte sekundäre Infektionen bei Patienten mit HBV-/HCV-assoziierter Leberzirrhose charakterisieren. Ein zentrales Ziel soll dabei die lückenlose Dokumentation von Infektionen (Selektion multiresistenter Keime) sowie die Untersuchung des Einflusses der SBP-Prophylaxe auf die Entwicklung des intestinalen Mikrobioms und entsprechende Auswirkungen auf das Immunsystem sein. Patienten mit HBV-/HCV-assoziierte Zirrhose sind dabei u.a. besonders geeignet, sich diese Patientenpopulation aufgrund eines geringeren Einflusses auf das Mikrobiom im Vergleich zur z.B. alkoholischen oder NASH-Zirrhose besonders gut zur Charakterisierung des Mikrobioms eignen.

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