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MAIT-Zellen in der Immunantwort gegen Fadenpilze: Potential für zelluläre Therapie?

Projektleiter: Prof. Dr. med. Marie von Lilienfeld-Toal
Universitätsklinikum Jena, Klinik für Innere Medizin II

Invasive Mykosen gehören zu den Hauptursachen für Mortalität und Morbidität bei immungeschwächten Personen, beispielsweise Patienten mit Graft-versus-Host Disease (GvHD) nach allogener Stammzelltransplantation (allo-SCT). Häufig prophylaktisch verschriebene Azolpräparate, haben dazu geführt, dass Fadenpilze, insbesondere Arten der Gattungen Aspergillus und Mucorales, inzwischen die häufigsten Erreger invasiver Pilzinfektionen sind. Während bei Gesunden die primäre Abwehr von Pilzinfektionen durch Zellen des angeborenen Immunsystems erfolgt, sind diese Mechanismen bei Patienten therapie- oder krankheitsbedingt stark gestört. 

Vor kurzem wurde ein neuer Typ CD8+ T Zellen mit einem invarianten T-Zellrezeptor beschrieben, sogenannte MAIT-Zellen (mucosal associated invariant T cells). Diese können durch verschiedene Vitamin B produzierende Pathogene aktiviert werden und spielen eine entscheidende Rolle bei der Eindämmung bakterieller und viraler Infektionen, ihre Funktion bei der Abwehr von Fadenpilzen ist hingegen bisher nicht analysiert. Erste eigene in vitro Ergebnisse deuten auf eine deutliche Aktivierung von humanen MAIT-Zellen durch A. fumigatus Konidien hin, während konventionelle CD4+ und CD8+ T-Zellen keine wesentliche Reaktion zeigen. Bei Patienten mit Prädisposition für invasive Mykosen sind MAIT-Zellen bislang kaum charakterisiert, eigene Ergebnisse von Patienten mit hämatologischen Systemerkrankungen weisen allerdings auf eine deutlich verringerte Anzahl von MAIT-Zellen im peripheren Blut von Patienten im Vergleich zu gesunden Probanden hin.

Aufgrund eigener Untersuchungen nehmen wir an, dass MAIT Zellen durch Fadenpilze aktiviert werden können und in vivo wesentlich zur Abwehr von Pilzen beitragen. Außerdem vermuten wir, dass bei hämatologischen Patienten, insbesondere nach allo-SCT, Anzahl und Funktionalität von MAIT-Zellen stark beeinträchtigt sind. Ziel dieses neuen Projektes ist, zunächst prinzipiell die Immunantwort von MAIT-Zellen auf verschiedene humanpathogene Fadenpilze der Gattung Aspergillus und Mucorales bei gesunden Spendern zu analysieren, sowie die Reaktivität von MAIT-Zellen gegenüber ausgewählten Fadenpilzen bei Patienten nach allo-SCT mit oder ohne GvHD zu charakterisieren. 

Die Ergebnisse dieses Projektes tragen zum weiteren Verständnis der Immunantwort auf Fadenpilze bei. Zusätzlich können sie Hinweise auf ein Patientenkollektiv mit erhöhtem Risiko geben, welches Grundlage für einen differenzierten Einsatz antifungaler Prophylaxe sein kann. Schließlich gibt es erste Berichte zur ex-vivo Expansion von MAIT-Zellen, die diese Zellen für eine zelluläre Immuntherapie insbesondere im Bereich der allo-SCT interessant machen könnten.

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