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Longitudinale Charakterisierung des serologischen Sphingolipidprofils bei niedrig replikativer chronischer Hepatitis B Infektion

Projektleiter: Dr. med. Georgios Grammatikos
Klinikum der J.W. Goethe Universität Frankfurt am Main, Medizinische Klinik I: Gastroenterologie und Hepatologie, Pneumologie und Allergologie, Endokrinologie und Diabetologie sowie Ernährungsmedizin

Die chronische HBV-Infektion stellt einen der Hauptrisikofaktoren für die Entwicklung einer Leberzirrhose und eines hepatozellulären Karzinoms (HCC) dar. In Deutschland befinden sich die meisten Patienten im Stadium der HBe-Ag negativen niedrig-replikativen HBV-Infektion, in dem die Replikation des Virus und die Entzündungsaktivität in der Leber durch die Immunantwort auf einem niedrigen bis nicht nachweisbaren Niveau gehalten wird. Durch das Fehlen geeigneter spezifischer Biomarker der chronischen HBV-Infektion erfolgt die Risikostratifikation bei entsprechenden Patienten oft unzureichend, sodass die Suche nach geeigneten Prädiktoren einer fortschreitenden Leberfibrose oder einer Indikation zur antiviralen Therapie weiterhin aktuell bleibt.

Sphingolipide sind in den letzten Jahren nach und nach als vielversprechende Biomarker bei zahlreichen Erkrankungen in den Vordergrund geraten. Diese komplexe amphipathische Lipide regulieren maßgeblich grundlegende zelluläre Funktionen wie die Proliferation, die Zelltod-Induktion und die Signaltransduktion und spielen somit eine wesentliche Rolle bei der Pathophysiologie und Homöostase des menschlichen Organismus. Sowohl durch eigene Studien aber auch bei den Untersuchungen anderer Gruppen zeigte sich eine substanzielle Beteiligung der Sphingolipide bei der Entstehung und dem natürlichen Verlauf chronischer Lebererkrankungen. Insbesondere konnte gezeigt werden, dass die Modifikation des Sphingolipid-Metabolismus für die Pathogenität und speziell für die Persistenz chronischer viraler Infektionen von besonderer Bedeutung ist.

Ziel dieses Projektvorhabens ist, das serologische Sphingolipid-Profil bei einer großen europäischen Langzeitkohorte von Patienten mit niedrig-replikativer HBV-Infektion in Bezug auf wichtige Aspekte des natürlichen Verlaufs der viralen Infektion longitudinal zu evaluieren. Insbesondere die Indikation für die Einleitung einer antiviralen Therapie, das Fortschreiten einer Leberfibrose und die Entwicklung einer Leberzirrhose oder eines HCC werden auf einen Zusammenhang mit Variationen des Sphingolipid-Profils bei der chronischen niedrig-replikativen HBV-Infektion evaluiert. Ausgehend von den erhobenen Daten und Assoziationen werden auch die Aktivität regulierender Enzyme und der Einfluss funktioneller genetischer Varianten in Schlüsselgenen des Sphingolipid-Metabolismus untersucht. Dadurch erhoffen wir neue innovative Biomarker der chronischen HBV-Infektion zu charakterisieren und neue Interventionsstrategien für die erfolgreiche Behandlung und Beobachtung der lebenslangen viralen Infektion zu entwickeln. 

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