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Früherkennung von HIV Therapieversagen bei Kindern und Jugendlichen in drei Kliniken in Tansania und Bestimmung von Risikofaktoren und Medikamenten-Resistenzentwicklung.

Projektleiter: Dr. Christa Kasang
Missionsärztliches Institut Würzburg

Tansania gehört zu den 15 Ländern mit der höchsten HIV-Krankheitslast. Seit 2004 ist dort antiretrovirale (ARV) Medikation verfügbar und im Jahr 2012 wurden bereits 626 444 Menschen behandelt. Eine besonders große Herausforderung stellt jedoch die Behandlung von Kindern und Jugendlichen dar. Schlechte Behandlungserfolge  mit vielen vorzeitigen Todesfällen sind zu beobachten. Die vielfältige Problematik in der Behandlung von Kindern und Jugendlichen beinhaltet: Behandlungsmüdigkeit, Dosierungsprobleme, schlechte Versorgung und Nachbehandlung, kein Zugang zu HIV-bezogenen Gesundheitsleistungen, psychologische und körperliche Nebenwirkungen.

Eine Studie in Dar es Salaam, Tansania hat gezeigt, dass trotz Therapie bei 57,1% der behandelten Kindern HIV Viren im Blut nachgewiesen werden konnte. Bisher wurde der Erfolg der ARV Therapie in vielen Ländern Afrikas ausschließlich mit der Bestimmung des Zustandes des Immunsystems anhand der Anzahl der CD4-T-Helferzellen gemessen. Die Abnahme der CD4 Zellzahl findet immer nur zeitverzögert beim Forstschreiten der Erkrankung statt und zeigt an, dass schon über einen längeren Zeitraum die Virusunterdrückung ineffizient ist. Nur eine Therapie, die langfristig eine Reduktion der Viren unter 1000 Kopien /ml erreicht, ist effizient und verhindert auch die Resistenzbildung. Resistenzen entstehen immer dann, wenn sich das Virus durch ineffiziente Behandlung unter der Therapie vermehren kann. Entstandene Resistenzen können die zukünftigen Erst- und Zweit-behandlungsoptionen stark einschränken und zu schlechten Behandlungserfolgen führen. Für die Überwachung des Therapieverlaufs empfiehlt die WHO Viruslasttests einzusetzen. Viruslastuntersuchungen haben in der Vergangenheit jedoch einen erheblichen Laboraufwand und eine gute Ausstattung benötigt und waren deshalb vielerorts nicht durchführbar.

Im Rahmen dieser Studie soll mittels Viruslast Bestimmung die virologische Effektivität der ARV Therapie bei Kindern und Jugendlichen überprüft werden und die Entstehung von HIV Arzneimittelresistenzen (HIVDR) überwacht werden.

Das geplante Projekt soll zeigen, dass eine frühzeitige Viruslastmessung bei Kindern und Jugendlichen unter Anwendung einer angepassten Technologie (GeneXpert - point of care) in Betreuungs- und Behandlungszentren hilfreich sein kann um die Entwicklung von HIV Arzneimittelresistenzen zu vermeiden. Hierfür werden wir bei behandelten Kindern und Jugendlichen zunächst die Prävalenz des virologischen Versagens anhand Viruslast untersuchen: Zwei verschiedene Gruppen sollen hierbei untersucht werden, zum einen Kinder und Jugendliche, die bereits ein immunologisches Versagen (CD4-Zellzahl<350) aufweisen und zum anderen diejenigen, bei denen anhand der CD4-Zellzahl vermeintlich eine effektive Therapie vorliegt. Zusätzlich werden wir das Auftreten von HIVDR bei beiden Gruppen analysieren und auch die Risikofaktoren evaluieren. Aufgrund der erzielten Ergebnisse wird eine Therapieanpassung vorgenommen. Während der 6-monatigen und 12-monatigen Nachuntersuchungen, werden wir die Auswirkung der Therapieanpassung virologisch und klinisch untersuchen. Unsere Hypothese ist, dass bei der Gruppe ohne immunologische aber mit nur virologischem Versagen die Prävalenz von HIVDR weitaus niedriger ist und somit ein frühzeitiges Erkennen von Therapieversagen mittels Viruslastuntersuchung Resistenzentstehung verhindern kann. Weiterhin würden wir gerne zeigen, dass Kinder und Jugendliche klinisch von der Überwachung der Viruslast und HIVDR profitieren können.

Dieses Projekt ist eine Studie, die 1.000 Kindern und Jugendliche in drei Betreuungs- und Behandlungszentren in Tansania einschließt. Die Studienorte sind PASADA in Dar es Salaam, Bugando Medical Center (BMC) in Mwanza und das Sekou Toure Hospital in Mwanza. Beteiligt an dem Forschungsprojekt sind der Ärztliche Leiter von  PASADA, Dr. Daniel Magesa, der HIV Koordinator der gesamten Lake Zone in Tansania, Professor Samuel Kalluvya und die Forschungskoordinatorin des Missionsärztlichen Instituts in Würzburg, Dr. Christa Kasang. Die enge Zusammenarbeit zwischen dem Missionsärztlichen Institut in Würzburg, dem BMC und PASADA in der Vergangenheit, sind ein Garant für wissenschaftliche und medizinische Projekte, als auch für die erfolgreiche Durchführung wissenschaftlicher Zusammenarbeit. Die Studie beginnt im August 2016 und dauert 18 Monate. Die Ergebnisse der Studie werden an das tansanische Gesundheitsministerium weitergegeben, um die Notwendigkeit der Intensivierung der Laborüberwachung für eine HIV Therapie zu betonen und die Messung der HIV Viruslast wann immer möglich hinzuzufügen.

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