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„SVeN Spreads Out“ - Eine konzertierte Projektmaßnahme innerhalb von SVeN, einem vernetzten, modularen Konzept zur Verbesserung der Gesundheitsförderung schwuler Männer mit und ohne HIV in Niedersachsen

Projektleiter: Prof. Dr. med. Matthias Stoll
Niedersächsische AIDS-Hilfe Landesverband e.V., Hannover

Mit dem durch den medizinischen Fortschritt grundlegenden Wandel des Krankheitsbilds HIV/AIDS weg von einer tödlichen Infektion hin zum Bild einer behandelbaren chronischen Erkrankung wurden die Präventionsanstrengungen auf regionaler und landesweiter Ebene vor grundlegende fachliche, inhaltliche und strukturelle Herausforderungen gestellt.

So haben sich die Arbeitsinhalte der Aidshilfen stark verschoben: Weg von vorwiegend propädeutischer Aufklärungsarbeit und Sterbebegleitung in den ersten Jahren hin zur Interessenvertretung von HIV-Infizierten im Sinne von differenzierter, aufklärender Weiterbildung, zu  zielgruppenspezifischer Antidiskriminierungsarbeit und zur individualisierten Beratung und Betreuung, weil die Anzahl der zu erreichenden Zielgruppen zum einen zugenommen hat und sie zum anderen eine zunehmend personalisierte und ausdifferenzierte Ansprache erfordern.

An diesem Punkt setzt „SVeN spreads out“ an, ein Projekt des landesweiten Netzwerkes SVeN („Schwule Vielfalt erregt Niedersachsen“) der Aidshilfe Niedersachsen. SVeN verbindet die schwule Community mit Prävention. Mit „SVeN spreads out“ werden landesweit erstmals mobile Beratungs- und Testmodule angeboten, um die Zielgruppe in einem Flächenstaat auch außerhalb der Großstädte zu erreichen und das Bewusstsein für sexuell übertragbare Infektionen (STI) zu stärken. Zudem ist ein internetbasiertes Bewertungsmodul von Ärzt/innen in Hinblick auf die Bedürfnisse von Schwulen und HIV-Positiven geplant. Darüber hinaus sind Workshops zur Gesundheitsförderung und zur Einbindung HIV-Positiver in die Präventionsarbeit Bestandteil des Projektes.

Im Mittelpunkt steht die Förderung des Gesundheitsbewusstseins bei Männern, die Sex mit Männer haben (MSM) und HIV-Positiven in Niedersachsen. Als festen Bestandteil ihrer (schwulen) Identität soll ein Gesundheitsbewusstsein vermittelt und individuell entwickelt werden, welches Verantwortung und Risikomanagement beinhaltet. Diesem entsprechend zu handeln und es gegenüber anderen zu vertreten, erschwert die weitere Verbreitung von STI. Eigenverantwortliches Handeln und partizipative Verantwortung im gesellschaftlichen Umfeld sollen entscheidend gestärkt werden.

Ein weiteres wichtiges Ziel besteht in der Verbesserung des medizinischen Angebots für MSM und HIV-Positiven durch Einrichtung eines flächendeckenden Netzwerkes von niedergelassenen Ärzt/innen verschiedenster Fachrichtungen einschließlich Zahnärzt/innen mit spezifischer Kompetenz und Empathie für die Belange von MSM. Darüber hinaus werden Haus-, Fach- und Zahnärzt/innen durch Informationsangebote und Fortbildungsmodule über die Besonderheiten schwuler Gesundheit aufgeklärt.

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