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Sex differences in the kinetics of immune reconstitution under ART

Projektleiterin: Dr. Susanne Ziegler

Heinrich-Pette-Institut Leibniz, Hamburg

Wissenschaftliche Fortschritte, erweitertes Bewusstsein und erhöhte Zugänglichkeit zu HIV-1 Diagnostik und Therapie haben dazu beigetragen, die Zahl der AIDS–assoziierten Todesfälle zu reduzieren. In Südafrika, dem Epizentrum der HIV-1-Epidemie, sind 60% der HIV-1 Infizierten weiblich. Obwohl die Einführung der antiretroviralen Therapie (ART) die Lebenserwartung HIV-1 infizierter Menschen stark verbessert hat, kann es unter ART zu unterschiedlichen Kinetiken in der Immunrekonstitution kommen, die eine schnellere Wiederherstellung der pro-inflammatorischen Signalwege im Vergleich zu negativen Regulationsmechanismen beinhalten. Dies kann sogar in manchen Fällen zu schwerwiegenden klinischen Symptomen, dem sogenannten „immune reconstitution syndrom“, führen, insbesondere bei Patienten mit einer Tuberkulose oder einer Cryptokokken Infektion.

Kürzlich veröffentliche Daten deuten darauf hin, dass es erhebliche geschlechtsspezifische Unterschiede in der HIV-1 Pathogenese gibt. Studien unserer Gruppe haben gezeigt, dass HIV-1-infizierten Frauen bei gleicher Viruslast ein schnelleres Fortschreiten zu AIDS und eine stärkere Immunaktivierung im Vergleich zu Männern aufweisen. PDCs von Frauen produzieren nach Induktion mit HIV-1 eine höhere Menge an IFN-? als Männer, was mit einer erhöhten Immunaktivierung und schnellerem Fortschreiten der Erkrankung assoziiert ist. Darüber hinaus korrelierte der Progesteron Plasmaspiegel von Frauen mit der IFN-? Produktion von pDCs signifikant.

Hieraus leitet sich unsere Arbeitshypothese ab, dass 1) aufgrund einer bereits bestehenden höheren Immunaktivierung bei Frauen während der HIV-1-Infektion die Immunrekonstitution unter ART erhebliche geschlechtsspezifische Unterschiede aufweist, welche 2) durch weibliche Geschlechtshormone beeinflusst werden können. Um diese funktionellen Veränderungen von Antigen-präsentierenden Zellen zu analysieren, werden wir neue immunologische Ansätze verwenden.

Unsere Kooperation mit dem HIV-Pathogenese-Programm der Universität KwaZulu-Natal in Durban, Südafrika, stellt eine bereits bestehende erfolgreiche Zusammenarbeit dar, die uns den Zugriff auf eine wichtige Kohorte HIV-infizierter Männern und Frauen, insbesondere schwangeren Frauen in einem Hochprävalenzgebiet von HIV-1 ermöglicht.

Diese Studie adressiert somit wichtige wissenschaftliche Fragestellungen in der HIV-1 Pathogenese und soll zur Weiterentwicklung individualisierter Behandlungsstrategien von HIV-1 infizierten Frauen beitragen.

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