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Multimediaprojekt Lifeboat Dock 2

Projektleiterin: Harriet Langanke

Gemeinnützige Stiftung Sexualität und Gesundheit (GSSG)

In Deutschland liegt heute das Risiko, dass das Baby einer HIV-positiven Frau während oder nach der Schwangerschaft mit HIV infiziert wird, bei unter einem Prozent – vorausgesetzt, Mutter, Ärzteschaft und Pflegepersonal sind aufgeklärt und halten sich an die notwendigen Maßnahmen. Doch noch immer kommt es vor, dass HIV-positiven Frauen von einer Schwangerschaft abge­raten wird oder sie zur Abtreibung gedrängt werden. Zudem werden in letzter Zeit erneut Forderungen laut, den HIV-Status von schwangeren Frauen in den Mutterpass einzutragen. Eine Haltung, die nicht nur uninformiert ist, sondern die Betroffenen auch diskriminiert. Dass HIV-positive Frauen sich Kinder wünschen und gezielt schwanger werden, ist noch immer ein Reizthema. Diskriminierung ist aber nicht nur eine Verletzung der Menschenrechte, sondern auch ein beträchtliches Hindernis in der HIV-Prävention. Wenn schon das Verhalten des medizinischen Personals ausgrenzt oder abschreckt, wie soll dann ein betroffener Mensch offen mit HIV umgehen?

Das partizipative Multimedia-Projekt "Lifeboat" Deutschland klärt zum Thema HIV in der Familie auf. Seit 2008 liegt die DVD "Lifeboat Dock 1" vor. "Dock 1“ liefert wesentliche Basisinformationen und stellt die Rolle von Frauen und Müttern ins Zentrum. In der geplanten und erweiterten Auflage zu "Dock 2" geht es erneut um die medizinische Perspektive und auch um den jugendlichen Blick auf HIV in der Familie: Wie leben Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit dem HI-Virus? Dabei kommt dem medizinischen System besondere Bedeutung zu. Denn hier erleben die Betroffenen, ob sie fachlich und menschlich korrekt behandelt oder als "Infektionsquellen" betrachtet werden.

Ziel des Projektes ist es, weiter über HIV und Aids aufzuklären und Vorurteile abzu­bauen. Dies gilt besonders auch für medizinisches und beraterisches Fachpersonal. So stärkt „Lifeboat“ die Position von Frauen mit HIV und einem Kinderwunsch, um Diskriminierungen besser entgegen treten zu können. Die gemeinsam mit Betroffenen entwickelten „Lifeboat“-Beiträge wollen die Patientinnenversorgung von Frauen mit HIV verbessern, auch über Schwangerschaft und Geburt hinaus. "Lifeboat" informiert umfassend, wie HIV-betroffene Paaren ihren Kinderwunsch realisieren können und das Projekt erklärt, wie sich vertikale HIV-Transmissionen verhindern lassen. So trägt "Lifeboat" dazu bei, den Wunsch HIV-positiver Frauen nach Kindern in der Gesellschaft zu legitimieren. 

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