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„Untersuchung zur Wirksamkeit der antiretroviralen Second-Line-Therapie in Ghana“

Projektleiterin: Dr. Kirsten Alexandra Eberhardt

Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin, Hamburg
in Kooperation mit Komfo Anokye Teaching Hospital, Lehrkrankenhaus der School of Medical Sciences der Kwame Nkrumah University of Science and Technology, Kumasi

Noch immer zählt die durch die HIV?Infektion ausgelöste Immunschwächekrankheit AIDS weltweit zu den zehn häufigsten Todesursachen, besonders in den Ländern Afrikas südlich der Sahara. In Ghana betrug die HIV Prävalenz im Jahr 2011 laut EEP (Estimation Projec-tion Package) 1,5%.

Durch die Entwicklung effektiver antiretroviraler Behandlungsmethoden und einem verbesserten Zugang zu solchen stieg die Versorgung therapiebedürftiger HIV?Patienten mit einer antiretroviralen Therapie (ART) in Ghana mit 56.000 behandelten Patienten von 38% im Jahr 2008 auf 47% im Jahr 2011. Mit dieser anhaltend positiven Entwicklung nehmen sowohl die Lebenserwartung HIV-infizierter Patienten als auch die durchschnittliche Dauer der antiretroviralen Therapie zu. Das hat allerdings auch zu Folge dass die Gefahr von Therapieversagen und damit der Bedarf an Second?Line?Therapieoptionen wachsen.

Ein grundlegendes Problem bei der Behandlung HIV?infizierter Patienten mit antiretroviraler Therapie stellen die in Ghana nur begrenzten Möglichkeiten der Therapieüberwachung dar. Im klinischen Routinebetrieb werden meist nur klinische und immunologische Parameter zur Beurteilung des Therapieerfolgs herangezogen, da die technischen und finanziellen Voraussetzungen für Viruslastmessungen noch immer zu hoch sind. Daher werden Therapieversagen in vielen Fällen erst sehr spät bemerkt, was in der Folge zu Resistenzbildungen, opportunistischen Infektionen oder erhöhter Sterblichkeit führen kann.

Aktuell gibt es in Ghana neben verschiedenen First?Line?Therapiemöglichkeiten nur eine einzige Option der Second?Line?Therapie, während eine Third?Line?Alternative überhaupt nicht zur Verfügung steht. Aus diesem Grund ist es umso bedeutender, die Behandlung und Überwachung der antiretroviralen Second?Line?Therapie zu verbessern. Bisher ist jedoch, z.T. bedingt durch die begrenzten Möglichkeiten der Therapieüberwachung, nur wenig über den Grad der Wirksamkeit der antiretroviralen Second?Line?Therapie in Ghana bekannt. Es gibt keine veröffentlichten Daten über etwaige Resistenzen der Second?Line?Behandlung.

In Anbetracht einer fehlenden Third?Line?Therapiemöglichkeit stellt dieses fehlende Wissen bei einem steigenden Bedarf an Second?Line?ART ein an Bedeutung zunehmendes Risiko für eine langfristig wirksame Behandlung HIV?infizierter Menschen in Ghana dar. In einer prospektiven Kohorten-Studie sollen Therapiewirsamkeit, Resistenzentwicklungen, Nebenwirkungen und Schwierigkeiten der Adhärenz bei Patienten, die auf eine antiretrovirale Second-Line Therapie umgestellt werden untersucht werden. Die daraus resultierenden Ergebnisse sollen einen Beitrag zur Verbesserung der medizinischen Behandlung von HIV?infizierten Menschen in Ghana leisten, indem mögliche Schwachstellen aufgezeigt und Lösungen gefunden werden können.

 

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