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„MYKAFRIKA: Azolresistenz bei Aspergillus fumigatus – wie ein Projekt das Bewusstsein für mykologische Fragestellungen in Afrika verbessern soll“

Projektleiter: Prof. Dr. med. Uwe Groß

Universitätsmedizin Göttingen
in Kooperation mit Kenya Medical Research Institute (KEMRI)

Der ubiquitär vorkommende Schimmelpilz Aspergillus fumigatus ist der häufigste Erreger der Aspergillose des Menschen. Aufgrund der klimatischen Bedingungen ist gerade in Afrika mit einem Befall von gelagertem Getreide durch A. fumigatus und – dadurch bedingt – Mykotoxin-Belastungen von Mensch und Tier zu rechnen. Zusätzlich muss wegen der hohen Tuberkuloseprävalenz mit chronischen pulmonalen Aspergillosen oder mit Aspergillomen gerechnet werden. Trotz dieser Risiken spielen mykologische Fragestellungen in Afrika bisher nur eine sehr untergeordnete Rolle, und entsprechende epidemiologische Daten liegen meistens nicht vor.

Das betrifft auch die seit einigen Jahren weltweit beschriebene Zunahme der Azolresistenz von A. fumigatus. Die Entwicklung der Azolresistenz ist entweder auf eine vorbestehende antimykotische Therapie bzw. Prophylaxe oder aber auf den Einsatz von Triazolen in der Landwirtschaft zurückzuführen. Das von uns angestrebte Projekt ist vor allem für Ostafrika von Bedeutung, weil Kenia für die Blumenindustrie mit ungefähr 500.000 Beschäftigten eine wichtige Rolle auf dem Weltmarkt spielt und gelagertes Getreide aufgrund der hohen tropischen Luftfeuchtigkeit nicht selten mit A. fumigatus belastet ist. Aus diesen Gründen stellen wir die Hypothese auf, dass gerade im ostafrikanischen Kenia bei A. fumigatus mit einer hohen Resistenzrate gegen Triazole zu rechnen ist.

In dem Projekt sollen daher vor allem in Kenia mit Hilfe eines kleinen Netzwerks aus mykologisch interessierten mikrobiologischen und klinischen Kollegen sowohl klinische A. fumigatus-Isolate als auch Umweltisolate auf die Anwesenheit von Itraconazol-Resistenz untersucht werden. Resistente Isolate sollen dann zusätzlich auf Resistenzen gegen Voriconazol und Posaconazol und molekularbiologisch hinsichtlich des potenziellen Resistenzmechanismus‘ untersucht werden. Gemeinsam mit klinischen Angaben soll der der Resistenz zugrundeliegende molekulare Mechanismus einen Hinweis auf die resistenzinduzierende Ursache geben. Die in Deutschland eingesetzte MALDI TOF Massenspektrometrie soll einerseits im Sinne des Qualitätsmanagements zur Bestätigung der in Afrika gestellten Speziesdiagnose eingesetzt werden, und andererseits soll geklärt werden, ob sich afrikanische und europäische A. fumigatus Isolate in bestimmte Untertypen („Clades“) einteilen lassen, die zukünftig eine epidemiologische Risikoeinschätzung erlauben.

Durch die zusätzliche Einbindung von „Human Capacity“ Maßnahmen für afrikanische Nachwuchswissenschaftler und junge Ärzte in das eigentliche Forschungsprojekt soll schließlich ein stärkeres Bewusstseins für mykologische Fragestellungen in Afrika erreicht werden.

 

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