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„Maternale CD4+ Mikrochimärismusanalyse bei HIV-exponierten Neugeborenen nach Spontanpartus und Sectio cesareal“

Projektleiter: Dr. med. Horst Buxmann

Klinik für Kinder- Jugendmedizin, Schwerpunkt Neonatalogie, in enger Kooperation mit den Disziplinen Gynäkologie und Geburtshilfe, Pädiatrische Stammzelltransplantation, Immundefektambulanz und Medizinische Virologie am Klinikum der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main

Die Prävention peripartaler Mutter-Kind-Übertragung von HIV ist weltweit eine zentrale Herausforderung bei den Bemühungen diese Infektionskrankheit zurück zu drängen. Optimale Rahmenbedingungen ermöglichen aktuell Transmissionsraten unter 1%. Ein wesentliches Element der Reduktion vertikaler HIV-Infektionen war lange Zeit die Geburt exponierter Feten per Schnittentbindung. Mit Etablierung der hochaktiven antiretroviralen Therapie (HAART) konnte man die HI-Viruslast von Schwangeren unter die Nachweisgrenze senken. Es erschienen Publikationen die hierunter kein erhöhtes HIV-Transmissionsrisiko für Neugeborene nach vaginaler Geburt beschrieben.

Die „Deutsch-Österreichischen Empfehlungen zur HIV-Therapie in der Schwangerschaft und bei HIV-exponierten Neugeborenen – Update 2008“ nannten erstmalig Rahmenbedingungen, unter denen eine spontane Entbindung des Feten ohne Erhöhung des HIV-Transmissionsrisikos vertretbar erscheint. Das zentrale Kriterium hierbei, „HIV-Viruslast der Schwangeren unterhalb der Nachweisgrenze“, war laborabhängig und somit unscharf. Es entstand die Frage, ob dies der am besten geeignete Parameter zur Risikoabschätzung der HIV-Transmission auf das Kind ist.

Ein eigenes Pilotprojekt zeigte, dass mittels materno-fetaler Mikrochimärismusanalyse die peripartale Übertragung mütterlicher CD4+ Zellen auf Neugeborene gemessen werden kann. Diese Zellen können das HI-Virus enthalten.

Primäres Ziel des prospektiven, multidisziplinären, monozentrischen Projektes ist, mit Hilfe von Nabelschnurblutproben 30 retroviral exponierter Neugeborener zu analysieren ob die Übertragung von mütterlichen CD4+ Zellen auf den kindlichen Organismus nach Spontangeburt aufgrund der größeren mechanischen Belastung der Utero-Plazentaren-Einheit höher ist als nach Sectio cesarea. Sollte dies zutreffen, könnte damit ein erhöhtes HIV-Transmissionsrisiko nach Spontanpartus einhergehen, da das HI-Virus in mütterlichen CD4+ Zellen enthalten sein kann. Diese HI-Viren zirkulieren nicht frei und entziehen sich somit der Messung mittels PCR im Blut. Die Daten unseres Projektes können entscheidend zu einem besseren Verständnis und einer besseren Abschätzung des HIV-Transmissionsrisikos nach Spontanpartus beitragen.

Es wurden bereits Patienten in die Studie eingeschlossen und Proben gemessen. Mit der Förderung ist geplant die Rekrutierung entsprechend der Fallzahlberechnung abzuschließen. Nach Ende des Förderzeitraumes von 12-18 Monaten sollen alle Proben analysiert und die Ergebnisse ausgewertet sein.

 

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