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„Entwicklung und Pilotierung eines Case-Management Ansatzes zur Diagnose, Management und antiviralen Therapie der chronischen Hepatitis C Virusinfektion bei Opiatabhängigen in Substitutionstherapie“

Projektleiter: Prof. Dr. med. Jens Reimer, MBA

Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
in Kooperation mit Medizinische Klinik und Poliklinik des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf und Schwerpunktzentrum für Suchtmedizin und Hepatitis C

Intravenöser Drogenkonsum ist ein bedeutender Risikofaktor für eine Infektion mit dem Hepatitis-C-Virus (HCV), der zu hohen HCV-Prävalenzraten in dieser Population führt. Die Substitutionsbehandlung gilt als ein zentraler Baustein für die Prävention und Behandlung von drogenassoziierten Infektionserkrankungen, die aufgrund des engen Kontakts zwischen medizinischem Personal und Patient zudem exzellente Möglichkeiten für die Diagnose, Monitoring, Therapie und Management von HCV-Infektionen bietet. Vorgenannte Möglichkeiten werden derzeit nicht ausreichend genutzt, zugleich zeigen sich psychosoziale Interventionen wirksam in Bezug auf Erleichterung der Therapieinitiierung und Verbesserung der Behandlungsergebnisse.

Ziel dieser Pilotstudie ist die Entwicklung und Erprobung eines HCV-spezifischen Case-Managements (HCV-CM) für Patienten in einer Opiatsubstitutionstherapie. Medizinisches Fachangestellte, Psychologen oder Sozialtherapeuten sollen als Case-Manager und koordinierendes Bindeglied zwischen Arzt und Patient, den beteiligten medizinischen und psychosozialen Disziplinen und als erster Ansprechpartner für Patienten mit Fragen zur HCV fungieren. Das Aufgabengebiet umfasst insbesondere die leitliniengerechte Umsetzung hinsichtlich Diagnose und Monitoring sowie die medizinische und psychosoziale Therapiebegleitung.

Grundlage für die HCV-CM-Intervention ist die Entwicklung eines entsprechenden Manuals und Schulungscurriculums. Das Tätigkeits- und Aufgabenfeld des Case-Managers wird dabei anhand der Empfehlungen der aktuellen S3-Leitlinie zur „Prophylaxe, Diagnostik und Therapie der HCV-Infektion“ definiert und mit den konzeptionellen Kommunikationselementen der partizipativen Entscheidungsfindung ergänzt. Die kommunikative Hauptaufgabe des Case-Managers besteht in der Unterstützung der Patientenführung und des Informationsaustausches und -flusses zwischen Arzt und Patient, der Ermittlung der patientenseitigen Bedarfe und weitergehenden Aufklärung über Diagnose und Therapie. Während der antiviralen Behandlung sollen die geschulten Case-Manager mit dem behandelnden Arzt und den Patienten den Therapieverlauf anhand eines individualisierten Behandlungsplans koordinieren. Eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe aus Ärzten, medizinischem Assistenzpersonal, psychosozialen Betreuern und Patienten wird die inhaltliche Konzeption entwickeln, die in einer Implementierungsstudie in zehn Substitutionseinrichtungen pilotiert und hinsichtlich ihrer Umsetzbarkeit und Akzeptanz evaluiert wird. Das Pilotprojekt ist somit dazu geeignet, Grundlagen für eine mögliche weitergehende Implementierung zu schaffen.

Literatur:
Reimer J, Schmidt CS, Schulte B, Gansefort D, Gölz J, Gerken G, Scherbaum N, Verthein U, Backmund M. Psychoeducation improves hepatitis C virus treatment during opioid substitution therapy: a controlled, prospective multicenter trial. Clinical Infectious Diseases 2013; 57 Suppl2: S97-104.

 

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