Sie befinden sich hier: Die geförderten Projekte > Die geförderten Projekte 2012 > Prävention der Mutter-Kind-Übertragung (PMTCT) in der Frankfurter HIV-Kohorte

„Prävention der Mutter-Kind-Übertragung (PMTCT) in der Frankfurter HIV-Kohorte - Aufbau einer interdisziplinären Datenbank“

Projektleiterin: Dr. Annette Haberl

DreiFACH+:  Abteilungen für Infektiologie, Gynäkologie und Geburtshilfe, Pädiatrie des Klinikums der J.W. Goethe Universität Frankfurt und HIV-Schwerpunktpraxen im Rhein-Main-Gebiet

Die Prävention der Mutter-Kind-Übertragung (PMTCT) von HIV stellt heute eine der größten globalen Herausforderungen dar. Durch ein optimales Management kann die Transmissionsrate auf unter 1% gesenkt werden.
Die Betreuung HIV-positiver Schwangerer und ihrer Kinder erfordert ein Höchstmaß an interdisziplinärer Zusammenarbeit, d.h. eine optimale Vernetzung zwischen Gynäkologen, Pädiatern und HIV-Behandlern. Seit 1999 arbeitet das HIVCENTER des Klinikums der J.W. Goethe Universität eng mit dem Zentrum für Gynäkologie und Geburtshilfe sowie der Immundefektambulanz und der Neonatologie des Klinikums zusammen. Seit 2009 haben sich die genannten Abteilungen und HIV-Schwerpunktpraxen aus dem Rhein-Main-Gebiet als „DreiFACH+“- Arbeitsgruppe zusammengeschlossen, um die Qualität in der Betreuung der Schwangeren und ihrer HIV- und ART-exponierten Kinder zu sichern bzw. weiter zu verbessern. Daten werden standardisiert erfasst, gemeinsam ausgewertet und publiziert. Um die Datenerfassung und Auswertung zukünftig noch effektiver zu gestalten, soll jetzt eine gemeinsame Datenbank entstehen.

Primäres Ziel der Datenbank ist die Erfassung und Auswertung der Daten aus den Schwangerschaften HIV-positiver Mütter und ihrer exponierten Kinder durch Gynäkologen/Geburtshelfer, HIV-Behandler und Pädiater am Frankfurter Universitätsklinikum und den in der Arbeitsgruppe DreiFACH+ kooperierenden HIV-Schwerpunktpraxen. Untersucht werden u. a. Schwangerschaftsverlauf, Geburt und postpartaler Verlauf sowie die antiretrovirale Therapie in der Schwangerschaft und die risikoadaptierte Postexpositionsprophylaxe des Neugeborenen. Die Datenanalyse erfolgt sowohl retrospektiv als auch prospektiv. Neben den aktuellen und zukünftigen Schwangerschaften sollen auch die mehr als 300 Schwangerschaften HIV-positiver Frauen ausgewertet werden, die seit 1999 in Frankfurt betreut wurden. Die gemeinsame Datenbank wird wissenschaftliche Auswertungen zukünftig jederzeit ermöglichen, so dass die Ergebnisse neuer Präventionsstrategien bei der Mutter-Kind-Übertragung von HIV in kürzester Zeit dargestellt werden können.

Verglichen mit den betroffenen Männern ist die Datenlage für HIV-positive Frauen insgesamt deutlich schlechter, da der Anteil von Frauen sowohl in klinischen Studien als auch in Kohortenanalysen gering ist. Weil klinische Studien mit schwangeren Frauen aufgrund ethischer Limitationen kaum durchführbar sind, ist eine kontinuierliche systematische Analyse von Daten aus dem klinischen Alltag dringend erforderlich. Die Erfassung und Auswertung solcher Daten stellt einen bedeutenden Schritt zum Ausbau frauenspezifischer Forschung im HIV-Bereich dar und trägt zur weiteren Qualitätssicherung in der Betreuung HIV-positiver Frauen und ihrer Kinder bei.

zurück zu den geförderten Projekten

© 2019 Gilead

Privacy Settings