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„Prävalenz medikamentenresistenter HIV-Infektionen in therapienaiven HIV-Patienten in Subsahara Afrika: Experimentelle Überprüfung der WHO-Kriterien zur Bestimmung der Medikamentenresistenz“

Projektleiter: Prof. Dr. Carsten Scheller

Institut für Virologie und Immunbiologie der Universität Würzburg
in Kooperation mit der Universität Stellenbosch/Tygerberg Hospital, Südafrika, Bugando Medical Center, Mwanza, Tanzania und das Missionsärztliche Institut/Klinikum Würzburg

Von weltweit ca. 35 Millionen HIV-Infizierten leben über 20 Millionen in Subsahara Afrika. Dank des „President’s Emergency Plan for AIDS Relief“ (PEPFAR) sowie Preissenkungen durch Generika-Lizenzabkommen kann ein Großteil der behandlungsbedürftigen Menschen in Subsahara Afrika antiretroviral behandelt werden. Seit 2003 wurden dadurch mehr als eine Million HIV-bedingte Todesfälle verhindert.

Die antiretrovirale Behandlung in Subsahara Afrika erfolgt mittels prädefinierter Therapieregimes ("public health approach") ohne initiale Resistenztestung. Langfristig kann diese Strategie nur erfolgreich bleiben, wenn die Zahl der a priori-medikamentenresistenten HIV-Infektionen niedrig bleibt. Um das zu kontrollieren, dringt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf regelmäßige Kontrollstudien.
Ziel dieses Projektes ist es, die Validität der WHO-Kriterien zur Bestimmung der tatsächlich vorliegenden Prävalenz medikamentenresistenter HIV-Infektionen zu überprüfen. Dafür sollen in unterschiedlichen Ländern Subsahara Afrikas folgende Patientengruppen untersucht werden: a) therapienaive Patienten gemäß WHO-Richtlinien (jünger als 25 Jahre) b) therapienaive Patienten gemäß WHO-Richtlinien (jedoch älter als 25 Jahre) und c) Patienten unmittelbar vor dem erstmaligen Beginn der antiretroviralen Therapie (altersunabhängig).
Die Sammlung von Plasmaproben und Haarproben der Patienten der Gruppe erfolgt am Bugando Medical Center  in Tanzania und am Tygerberg Hospital in Südafrika. Durch Analyse von Medikamentenspuren aus Haarproben soll zudem erstmalig flächendeckend ermittelt werden, wie weit verbreitet das Phänomen der Selbstmedikation als mögliche Ursache der Resistenzbildung ist. Die Analyse der Medikamentenresistenz wird in Würzburg und Stellenbosch durchgeführt. In Stellenbosch werden die Haarproben massenspektrometrisch auf anti-HIV Medikamente analysiert.
Durch die Untersuchungen werden die WHO-Kriterien zur Kontrolle der übertragenen HIV-Medikamentenresistenz in Afrika (HIV drug resistance threshold survey) erstmalig evidenzbasiert kontrolliert. Die Kenntnis des tatsächlichen Ausmaßes der Medikamentenresistenz in der therapienaiven HIV-positiven Bevölkerung ist die Voraussetzung für eine sinnvolle Formulierung von Diagnose- und Therapieleitlinien.

Diese Projektstudie bildet eine optimale Ergänzung zur Verbesserung der Richtlinien zur Begleitung der antiretroviralen Therapie in Subsahara Afrika.

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