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„Klinische und immunologische Determinanten des natürlichen Verlaufes und des Therapieansprechens bei der Hepatitis Delta“

Projektleiter: PD Dr. Markus Cornberg und Prof. Dr. Heiner Wedemeyer

Medizinische Hochschule Hannover

Die Hepatitis Delta ist die schwerwiegendste aller chronischen Virusinfektionen der Leber und mit hoher Morbidität und Mortalität verbunden. Weltweit sind ca. 15 Mio. Menschen von einer Hepatitis Delta betroffen, in Deutschland geht man von etwa 30.000-50.000 Patienten aus. Die Hepatitis Delta wird durch eine Infektion von HBsAg Trägern mit dem Hepatitis D Virus (HDV) verursacht. Die genauen Mechanismen, die zu dem schwerwiegenden Verlauf der HDV-Infektion führen, sind bisher weitestgehend unbekannt.  Im Gegensatz zu Hepatitis B oder Hepatitis C gibt es keine klinischen Faktoren oder Biomarker, die das individuelle Risiko für einen besonders aggressiven klinischen Verlauf sowie für die Chancen, auf eine Therapie anzusprechen, vorhersagen.
Dieses Projekt untersucht die Hypothese, dass HDV-spezifische T-Zellantworten eine entscheidende Rolle für die Kontrolle der HDV-Replikation spielen und dass NK-Zellen die Stärke der HDV-spezifischen T-Zellantwort entscheidend modulieren. Die Analyse von zellulären Immunantworten kann möglicherweise zusätzlich zu klinischen Parametern als Biomarker genutzt werden, den natürlichen Verlauf der Hepatitis Delta besser vorherzusagen. Das translationale Forschungsprojekt beinhaltet einen klinischen und zwei immunologische Arbeitspakete (AP), die aufeinander aufbauen. Erstens  soll ein klinischer Score evaluiert werden, der insgesamt >150 Patienten mit geringem, mittleren und hohem Risiko für die Entwicklung von klinischen Komplikationen im Rahmen einer Hepatitis Delta identifiziert.  Klinische Scores sind dringend notwendig zur Unterstützung der Hypothese, dass mit klinischen Charakteristika Patienten mit einem besonders milden Verlauf identifiziert werden können. Diese erste Version des BEA-Scores soll in weiteren Kohorten validiert und durch weitere Parameter optimiert werden. Zweitens, werden in einer Querschnittsanalyse HDV-spezifische T-Zellantworten bei 50 anti-HDV-positiven Patienten untersucht. Die immunologischen Ergebnisse werden dann mit Stadium und Aktivität der Lebererkrankung sowie virologischen Parametern korreliert.   Schließlich wird die Modulation von HDV-spezifischen T-Zellantworten durch NK-Zellen in vitro weiter untersucht.
Die Hepatitis Delta kann hier eine hervorragende Modellinfektion des Menschen darstellen, da sich die komplette T-Zellantwort aufgrund des kleinen Genoms sehr gut analysieren lässt.  Hiermit  können grundlegend neue Erkenntnisse zur Interaktion von humanen NK-Zellen und T-Zellen gewonnen werden. Die aus diesem Projekt möglich resultierenden  klinischen und immunologischen Erkenntnisse können potentiell einen direkten Einfluss auf das klinische Management der Hepatitis Delta haben sowie Perspektiven für neue therapeutische Ansätze geben.

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